Lektion 3 von 5

Welcher Lerntyp bin ich?

Wolfgang 31. August 2025

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Generell wird zwischen vier Lerntypen unterschieden:
    • der visuelle Lerntyp
    • der auditive Lerntyp
    • der haptische Lerntyp (auch kinästhetische Lerntyp)
    • der kommunikative Lerntyp.
  • Wer seinen Lerntyp kennt, lernt besser und schneller. Denn Lerntechniken bringen am meisten, wenn sie zum eigenen Typ passen.
  • Dabei kann der persönliche Lerntyp eine Mischung aus den verschiedenen Typen sein.

Jeder Mensch lernt anders. Die Lernpsychologie unterscheidet deshalb verschiedene Lerntypen. Mit ihrer Hilfe werden unterschiedliche Persönlichkeiten und deren Stärken und Schwächen beim Lernen in Gruppen unterteilt. Das bekannteste Modell unterscheidet zwischen visuellen, auditiven, haptischen / kinästhetischen sowie kommunikativen Lerntypen. Ist die Frage „Welcher Lerntyp bin ich?“ aber erst einmal beantwortet, kannst Du Dein Lernverhalten optimieren.

Allerdings ist niemand nur ein ganz bestimmter Lerntyp. Das wäre zu einfach und irgendwie auch langweilig. Die richtige Frage wäre also: welche verschiedenen Lerntypen stecken in mir und wie stark sind sie ausgeprägt? Nimm Dir einfach Zeit und reflektiere die unterschiedlichen Lernsituationen und Lerntechniken. Wo ist Dir das Lernen besonders leichtgefallen? In welchen Fällen hat sich der Stoff quasi von selbst eingeprägt? In welchen Situationen, Fächern und Veranstaltungen ist es Dir schwergefallen? Mit Hilfe dieser Beobachtungen und dem Wissen über die Lerntypen, solltest Du Deinen eigenen Lerntyp besser verorten können.

Der visuelle Lerntyp: der Betrachter

„ Ich muss mir das erstmal anschauen“ – diesen Satz hat jeder mal gehört und gesagt. Zu Recht: Das Sehen ist wichtiger Bestandteil, um Sachverhalte zu verstehen, und steht für den visuellen Lerntyp im Mittelpunkt des Lernprozesses. Das Lesen spielt dabei sogar eine untergeordnete Rolle. Am meisten profitiert der visuelle Lerntyp von Infografiken, Diagrammen und Bildern, aber auch Videos und anderen visuell aufbereiteten Informationen. Das hat auch eine Auswirkung darauf, wie Du Deine Dozenten wahrnimmst. Wenn Du eher ein visueller Lerntyp bist, fällt Dir das Lernen bei Lehrern und Profs, die viel gestikulieren und eine bildstarke Sprache benutzen, wesentlich leichter. Außerdem spiegelt sich das auch in Deinen Notizen wieder: neben Text notierst Du vermutlich auch viele Symbole und machst gerne Tabellen und Skizzen.

Du bist ein eher visueller Lerntyp wenn:

  • Dir Grafiken, Schaubilder und anderes Material besonders gut helfen
  • Du in Notizen mit Skizzen oder Symbolen arbeitest
  • Bildstarke Sprache es Dir erleichtert, einem Vortrag zu folgen

Der auditive Lerntyp: der Zuhörer

Wenn Du zu den auditiven Lerntypen gehörst, ist die gute alte Vorlesung für Dich eigentlich eine gute Sache. Denn Du kannst sehr gut zuhören und es fällt Dir auch über lange Strecken nicht schwer, aufmerksam zu bleiben und das Gehörte regelrecht aufzusaugen. Das gesprochene Wort ist für Dich der Schlüssel zum Lernerfolg. Das spiegelt sich auch in Deinen Notizen wieder, weil Du Dich vor allem auf das Zuhören konzentrierst, fallen die oft eher knapp aus. Beim Lesen bist Du möglicherweise etwas langsamer als andere und bei Grafiken und Diagrammen helfen Dir die mündliche Erklärung und ausführliche Besprechung weiter. Beim Schreiben hilft es Dir, wenn Du im Kopf bereits alles detailliert ausformulierst, bevor Du es Papier bringst.

Du bist ein eher auditiver Lerntyp wenn:

  • Du keine Probleme hast, auch über lange Strecken aufmerksam zuzuhören
  • Deine Notizen eher knapp ausfallen, weil Du Dich vor allem auf das Zuhören konzentrierst
  • Du Sätze im Kopf ganz genau ausformulierst, bevor Du Sie zu Papier bringst

Der haptische Lerntyp und der kinästhetische Lerntyp: die Praktiker

Die beiden Lerntypen liegen sehr nahe beieinander, da bei Ihnen die Praxiserfahrung das Wichtigste ist. Beide machen mit dem allseits bekannten „Learning by Doing“ die größten Fortschritte. Wenn Du zu diesen Lerntypen gehörst, musst Du Dinge einfach ausprobieren und selbst anpacken, um sie zu verstehen und letztlich zu verinnerlichen. Als haptischer Lerntyp kommen Dir dabei vor allem Aufgaben entgegen, bei denen Du auch tatsächlich die Hände einsetzen kannst. Oder auch Dinge einfach genau ertasten und erfühlen kannst. Der kinästhetische Lerntyp profitiert auch bei nicht-handwerklichen Aufgaben von praktischer Übung. Indem beispielsweise in Computerprogrammen bestimmte Funktionen einfach mit Praxisbezug eingeübt werden. Auch mit Hilfe von Rollenspielen kannst Du als haptischer oder kinästhetischer Typ viel lernen. Hauptsache das Gelernte wird in einer konkreten Situation umgesetzt und kann mit einem praktischen Nutzen aus erster Hand begriffen werden. Später sind diese Prozesse und Erfahrungen für Dich eine Stütze, um Gelerntes abzurufen.

Du gehörst zum haptischen / kinästhetischen Lerntyp wenn:

  • Praktische Erfahrung für Dich unersetzlich ist und Du Dinge einfach selbst gemacht haben musst
  • Die Hände in Deinem Lernprozess eine große Rolle spielen
  • Du Wissen mit Hilfe von Prozessen, Erfahrungen und konkreten Situationen besser abrufen kannst

Der kommunikative Lerntyp: der Diskutierer

Du findest kleine Seminar- und Lerngruppen hilfreicher als die Vorlesung? Vor allem angeregte Diskussionen oder Gespräche helfen Dir, Dinge zu verstehen und nachhaltig abzuspeichern? Dann gehörst Du vielleicht auch in das Lager des kommunikativen Lerntyps. Besonders angeregte Diskussionen und Gespräche helfen Dir dabei, Dinge zu verinnerlichen sowie Sachverhalte zu verstehen und einzuordnen. Aber auch das Halten von Vorträgen hilft Dir weiter – Hauptsache die Kommunikation mit anderen steht im Mittelpunkt. Denn später helfen Dir Details aus Gesprächsverläufen sowie Argumente aus Diskussionen, um Dich an Sachverhalte und Gelerntes zu erinnern.

In Dir steckt ein kommunikativer Lerntyp wenn:

  • Du kleine Lerngruppen bevorzugst, in denen Du Dich rege an Gesprächen und Diskussionen beteiligen kannst
  • Dir das Halten von Vorträgen und Präsentationen keine Probleme bereitet
  • Gesprächsverläufe und Argumentationen Dir helfen, Dir Gelerntes ins Gedächtnis zu rufen